Technische Verfahren

Histologische und extragynäkologisch-zytologische Untersuchung:

Hierbei handelt es sich um die bereits erwähnte Gewebeaufarbeitung. Diese Proben haben ganz verschiedene Größen und reichen von Bruchteilen eines Millimeters (aus Magen-Darmtrakt oder Bronchialsystem) über hauchdünne Stanzzylinder (z.B. Mammastanzen) bis hin zu Exzisaten (z.B. Hautproben) von Millimetern bis wenigen Zentimetern und Großresektaten (z.B. Dickdarmanteile, Magen-OP-Präparate, Gebärmutterresektate oder auch Amputate von Extremitäten). Bis hin zur endgültigen Begutachtung müssen dabei zahlreiche manuelle Schritte, unterstützt durch spezielle, hochwertige Geräte  durchlaufen werden. In diesem Punkt unterscheidet sich das Fach Pathologie ganz wesentlich von einer Praxis für Labormedizin. Als Standardfärbung dient die H&E-Färbung, in der die meisten relevanten pathomorphologischen Details erkannt werden können.
Dabei handelt es sich um eine Routinefärbung, d.h. diese Gewebeanfärbung erfolgt ohne Ausnahme. Gegebenenfalls werden zum Hervorheben bestimmter Gewebsstrukturen sogenannte Spezialfärbungen , wie z.B. PAS/Alzian zur Schleimdarstellung, zusätzlich eingesetzt. Am Ende der zahlreichen Arbeitsschritte steht das fertige histologische Präparat, an dem dann der Arzt für Pathologie die feingewebliche Begutachtung vorzunehmen hat.In der Zytologiediagnostik erfolgt keine Schnitt-Technik, sondern es werden eingesandte oder in der Praxis angefertigte Ausstrichpräparate ausgewertet (Tumorzellausschluss).

Die Schnellschnittuntersuchung erfolgt an unfixiertem Gewebe. Per Kurier wird die zu analysierende Probe zugesandt, während sich der Patient in der Regel noch in Narkose befindet. Nach der Schockgefrierung der Probe erfolgt mittels eines sog. Kryostats ein sehr schnelles Schneideverfahren mit anschließender Schnellfärbung der Schnittpräparates, so daß bereits nach wenigen Minuten ein histologisches Ergebnis vorliegt, welches dem Operateur wichtige Entscheidungshilfeln liefert.

In der extragynäkologischen Zytologie handelt es sich um die Auswertung von eingesandten Körperflüssigkeiten oder bereits angefertigten, meist luftgetrockneten Ausstrich- oder Sedimentpräparaten aus Organpunktionen. In unserer Praxis kommt primär auch hier die H&E-Färbung zur Anwendung.In der Begutachtung muss als wichtigster diagnostischer Parameter der Tumorzellnachweis bestätigt oder ausgeschlossen werden.

Bei der gynäkologischen Abstrich-Vorsorgezytologie handelt es sich um ein Screening-Verfahren, bei dem die eingesandten Präparate mittels der Färbung nach Papanicolaou (Pap-Färbung) auf Tumorzellvorstufen  (Dysplasiezellen) oder auch Tumorzellen durch speziell ausgebildetes Fachpersonal hin untersucht werden. Am Ende dieser Analyse steht eine sog. Pap-Gruppen-Zuordnung.  Siehe dazu  „Probeneingang bis Befund „ !

Insbesondere bei Tumorfällen , unabhängig von ihrer Dignität, schließen sich häufig sog immunhistologische bzw. immunzytochemische Analysen an, mit deren Hilfe versucht wird, mittels spezifischer Antikörper Tumorgewebe bzw. Tumorzellen entweder eindeutig zu klassifizieren oder zumindest die Tumorherkunft näher einzugrenzen (für den Kliniker sehr oft eine ganz wesentliche Hilfe)

Diese kurz beschriebenen Verfahren sind in unserer Praxis etabliert

In  seltenen Fällen müssen sich auch sog. molekulargenetische Untersuchungsmethoden anschließen, insbesondere Tumorfälle betreffend. Vom Ergebnis dieser Analysen hängt sehr häufig die weitere Tumortherapie ab. Auf diesem Sektor arbeiten wir  sehr eng mit dem Institut für Pathologie der Horst Schmidt-Kliniken (HSK) in Wiesbaden unter der Leitung von Frau Prof. A. Fisseler – Eckhoff zusammen. Diese Kooperation betrifft sowohl die Histologie als auch die extragynäkologische und gynäkologische Zytologie.

Des weiteren bestehen sehr enge konsiliarisch-diagnostische Kooperationen mit Pathologischen Instituten, die sich auf seltene oder schwierige Erkrankungsformen bzw. Untersuchungsmethoden spezialisiert haben (z.B. Hepatopathologie, Prof. Schirmacher- Universitätsklinikum Heidelberg, Gastroenteropathologie , Prof. Seitz – Bamberg,  Schildrüsenpathologie,Prof. Schäffer – Universitätsklinikum Gießen, um hier nur einige Kollegen zu nennen), denn der Wissensstand des Fachgebiets Pathologie ist mittlerweile so umfangreich, dass bei seltenen Erkrankungsformen oft Konsilpartner mit besonderer Expertise eingebunden werden müssen, um zu einer abschließenden Begutachtung zu gelangen.