Aufgaben des Pathologen

Die Aufgabe des Pathologen besteht darin,  entnommene menschliche Gewebeproben diverser topographischer Regionen auf ihre Dignität (d.h. gutartig oder bösartig) hin zu untersuchen. Diese Proben stammen von verschiedenen medizinischen Fachgruppen (z.B. Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie).

Es kann sich dabei um größere Gewebeproben (Exzisate, Resektate, Amputate) oder auch um kleine, teils auch kleinste Partikel handeln (z.B. Magenschleimhaut-Pes, Colon-Pes, Bronchialschleimhaut-PEs etc.).  Es stehen dabei verschiedene Aufarbeitungstechniken zur Verfügung (siehe  „Probeneingang bis Befund“ ).

Der Pathologe hat täglich zu entscheiden: Ist das entnommene Gewebe Teil eines bösartigen Prozesses  (maligne)  oder handelt es sich um eine gutartige Läsion (benigne). Er ist auch bei Vorsorgeuntersuchungen ein ganz wesentliches Bindeglied zur Klinik. Man denke hier an die Begutachtung der Vorsorgeabstriche aus dem Bereich des weiblichen Genitale durch den Frauenarzt,  an die Beurteilung abgetragener Polypen aus dem Magen-Darm-Trakt durch den Gastroenterologen,  evtl.  im Rahmen einer Vorsorgecoloskopie (= Darmspiegelung) oder Gastroskopie (Magenspiegelung).

Ferner werden vom Pathologen auch gewonnene Punktate, also Flüssigkeitsmengen aus Körperhöhlen, aufgearbeitet (sog. zytologische extragynäkologische Aufarbeitungstechnik). Hier geht es stets primär um den Ausschluss von Tumorzellen, wobei der Sitz des Primärtumors oftmals klinisch nicht bekannt ist und der Pathologe somit gefordert ist, hier möglichst eine Aussage zum Sitz des Ausgangstumors zu treffen. Prinzipiell stimmt das Aufgabengebiet der niedergelassenen Pathologen mit dem des angestellten Pathologen an Kliniken überein.

Ein ebenfalls wichtiges Arbeitsfeld der Pathologie ist die Durchführung von Obduktionen, um Todesursachen möglichst eindeutig zu klären bzw. den Kliniker bei der Suche der Todesursache zu unterstützen. Ferner sind die Ergebnisse von Obduktionen für die klinisch tätigen Kollegen sehr oft eine wichtige Qualitätskontrolle ihrer diagnostischen Arbeit. So werden häufig Erkrankungen des verstorbenen Patienten oft erst durch die Obduktion erkannt. Die Standesvertretungen der Deutschen Pathologen vertreten die Auffassung, dass alle entnommenen Gewebeproben des Menschen einer pathoanatomischen Aufarbeitung zugeführt werden sollten, schon allein aus forensischen Gründen.Ein weiteres, sehr wichtiges Betätigungsfeld der Pathologie ist die Lehre und Forschung (überwiegend in Instituten für Pathologie an Universitätskliniken, teils auch in größeren, nichtuniversitären Krankenhäusern).